Oje, ich entwickle mich zur Zeit wirklich zur unstetsten Bloggerin ever, aber es gibt mal wieder einen handfesten Grund. Und wenn ich handfest schreibe, meine ich auch handfest, ich habe es nämlich wirklich geschafft, mir beide Arme gleichzeitig zu verletzen, schlimmer gehts nimmer.
Eigentlich wollte ich nur ein paar Leute mit meiner unglaublichen Sportlichkeit beeindrucken und bin dabei im wahrsten Sinne des Wortes auf die Fresse gefallen. Und nicht nur auf die Fresse, sondern so richtig dicke auf beide Arme. Aber, Glück im Unglück, ich hab mir nichts gebrochen, nichts ist gerissen, ich habe nur Zerrungen und Prellungen ohne Ende und ein paar Tage lang ausgesehen wie frisch aus einer Schlägerei gekommen. Eins muss ich allerdings sagen: Gleich zwei kaputte Arme sind wirklich Höchststrafe. Da ich doch noch ein wenig Restwürde bewahren wollte, bestand ich darauf, mich selbst an- und auszuziehen und auch sonst möglichst wenig bedienen zu lassen, was täglich zu die Familie aufs Köstlichste erheiternden Slapsticknummern führte.
Außerdem wurmt mich, dass ich deswegen die letzten Male nicht am seit Kurzem von
Frauke ins Leben gerufenen Schwarzweiß-Montag teilnehmen konnte. Solche Aktionen lassen mein Fotografinnen-Herz natürlich höher schlagen und ich habe gleich mein Archiv auf Schwarzweiß-taugliche Bilder durchsucht. Und da selbst ich altes Wintertier mich langsam nach ein paar warmen Sonnentagen sehne, ist mir als erstes eine meiner ganz großen Lieblingsreihen in die Hände gefallen, die Kettenkarussell-Bilder, die ich letztes Jahr auf der ersten Auer Dult im Jahr geschossen habe.
Für alle Nichtmünchner: die Auer Dult findet dreimal im Jahr rund um die Mariahilfkirche statt, auf einer Seite der Kirche ein unglaublich schöner Trödel- und Geschirrmarkt, auf der anderen Seite ein herrlich altmodischer Jahrmarkt mit Mini-Riesenrad
was für ein netter Widerspruch in sich, Kasperltheater, Schiffsschaukel und eben Kettenkarussell. Ich mag diesen kleinen Jahrmarkt viel lieber als die Wiesn und gehe bei jeder Dult zumindest einmal kurz durch die Trödelgassen.
Letztes Jahr war ich an einem der ersten warmen Tage mit Tochter Klein und einer Freundin, die noch nie dort war, auf der Frühjahrsdult. Wir hatten uns erst recht spät entschlossen, noch hinzugehen und waren da, kurz bevor die Fahrgeschäfte schließen. Die Sonne stand schon niedrig, die meisten Leute waren schon gegangen und die Kettenkarussell-Chips kosteten nur noch einen Euro pro Fahrt. Irgendwie ging die wunderbare gelöste Strandstimmung auch auf die Karussellbetreiber über und sie spielten statt der üblichen Kirmesmusik sanften Bossa Nova. Hach, das war so einer dieser kurzen perfekten Momente.
Das zweite Bild habe ich gerade erst vor kurzem beim Joggen gemacht, auch so ein Tag, an dem wider Erwarten doch noch die Sonne rauskam, all das triste Braungrau und selbst die vertrockneten alten Grasruinen vom Vorjahr plötzlich strahlten und in mir beim Laufen so eine kleine Glückskugel zersprang.
Kennt ihr sie auch, diese eigentlich völlig nichtigen Momente, in denen sich plötzlich alles von ganz normal in Magie umwandelt und man den restlichen Tag vor Glück bersten könnte? Wann hattet ihr das letzte Mal so einen Moment?
xxx
Karin
Und nun wandern meine Bilder natürlich zu
Frauke, deren kleiner feiner Blog zu meinen ganz großen Lieblingen gehört