Ja, ich kann es selbst kaum fassen, aber mich gibt's noch. Und meine lange Abwesenheit lag nicht an Lustlosigkeit, liebe Leute, sondern an der schnöden Tatsache, dass mich meine Doktorarbeit in Putzen, Bauschutt beiseite schaffen und Umzugskisten schleppen doch wesentlich mehr in Anspruch genommen hat, als ich erahnt habe. Ihr erinnert Euch vielleicht noch: Wir haben umgebaut.
Nebenher galt es auch noch, nöhlige Teeniemädchen und meckernde Fastschulkinder bei Laune zu halten, was mich dann doch zeitweise an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Deswegen müsst ihr auch heute mit ein paaren meiner Instagram-Bilder aus den Ferien vorlieb nehmen, zumindest soviel mediale Präsenz habe ich noch auf die Reihe gebracht
Mann, über sechs Wochen ohne Post und dann gleich so eine hochtrabende Ausdrucksweise.
Und ich danke Euch ganz herzlich, dass Ihr weiterhin so zahlreich bei mir vorbei gesehen habt und mich sogar die eine oder andere besorgte Mail erreicht hat, ob es mich noch gibt. Danke, Ihr seid die Besten!
Hier nun aber ein paar meiner Erkenntnisse nach fünf Wochen Baustelle und Sommerferien zuhause:
Mit irgendeinem Handwerker gibt es immer Probleme.
In unserem Fall lief alles so glatt, dass wir es gar nicht fassen konnten, bis wir es ganz am Ende mit einem divenhaften Maler zu tun hatten, der das Ende der Baustelle doch noch gewaltig rauszögerte und ganz nebenher den nigelnagelneu verlegten Dielenboden ruinierte. Ich will jetzt gar nicht ins Detail gehen, meine Freunde nehmen inzwischen schon Reißaus, wenn ich das Wort Maler nur erwähne. Aber wie heißt es so schön: Zeit heilt alle Wunden und dem Boden gehts auch wieder gut.
Man kann noch so gut abdichten, Betonstaub dringt in jede Ritze.
Hat schon mal jemand Fenster geputzt, die mit Betonstaub bedeckt sind? Ich sag Euch, einmal Putzen genügt da nicht, auch nicht zweimal, und außerdem sollte man tunlichst das Putzwasser ca. alle fünf Minuten austauschen. Außerdem hat mich doch sehr erstaunt, wie viel grauer Schmirgel bis in den zweiten Stock fliegen kann, wenn die Baustelle doch im Erdgeschoss ist. Irgendwann hatte ich das Gefühl, selbst nur noch grauer Schmirgel zu sein.
Umzugskisten schleppen ersetzt jedes Fitnessprogramm.
Aber immer schön rückengerecht heben, Ihr Lieben, sonst gibt's Probleme.
Fahrt nie nie nie nur zu Beginn der Sommerferien ein paar Tage weg.
Über sechs Wochen sind selbst für lesefreudige Teeniemädchen und grandios alleine spielende Fastschulkinder unendlich, wenn zwischendrin wirklich gar niemand da ist. Und vor allem, wenn die eigentlich angedachten Ausflüge an den See wegen 12 Grad, grauem Himmel und Regen entweder ganz ausfallen müssen oder doch nicht so lauschig geraten, wie man sich das vorgestellt hat.
Jetzt ist aber erst mal genug mit Allerweltsweisheiten, die größte und schönste Erkenntnis ist doch immer noch die, dass aller Ärger vergessen ist, wenn alles wieder eingeräumt ist und man sich an seinen neu erstrahlten vier Wänden erfreuen kann.
In diesem Sinne suche ich nun weiter im Dunklen nach neu gesetzten Lichtschaltern, gehe irgendwann hoffentlich nicht mehr jeden Morgen in die falsche Richtung (die Küche ist jetzt woanders als vorher) und frage mich weiterhin, wo ich den Karton mit den Mützen und Handschuhen gelagert habe. Aber bis wir die brauchen, ist ja noch eine Weile hin. Und zumindest meine Kamera habe ich schon wieder gefunden, das nächste Mal gibts dann keine Handybilder mehr, versprochen.
Und Ihr so? Alle gut durch den Sommer gekommen?
xxx
Karin