Freitag, 8. Mai 2015

Große neue Stoffliebe & Friday Flowers


Heute habe ich ein paar Friday Flowers, die wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind, der Strauß ist nämlich fast eine Woche alt, in Würde gewelkt und hat schon einige Blätter gelassen, viele hätten ihn wahrscheinlich schon weggeworfen. Aber nach langem Überlegen dachte ich mir, was soll's, es sind nur ein paar Blumen, wozu groß überlegen, außerdem gefallen sie mir in dem Zustand außerordentlich gut, und warum immer nur das Perfekte zeigen? Außerdem: Wir altern schließlich auch, regen uns ständig über den immer schlimmer werdenden Jugendwahn auf, warum nicht mal ein blühendes Statement dagegen setzen? Und bevor ich mich jetzt heiß rede, äh, schreibe, kommt lieber ein Bild.






Na, so schrecklich sehen die gar nicht aus, oder? Der Strauß ist auch deswegen schon so lange bei mir, weil die Tulpenzeit jetzt endgültig zu Ende geht und ich diese Blumen wirklich in jedem Zustand liebe. Letztes Wochenende habe ich mir die letzten ansehnlichen Exemplare vom Tulpenfeld um die Ecke geholt, in herrlichsten Edelsteinfarben, an denen ich mich gar nicht sattsehen konnte. Und als sie immer länger wurden und immer mehr aufgingen, fand ich sie eigentlich immer schöner. Und als die ersten Blätter abfielen, war ich ganz aus dem Häuschen.







Außerdem kam mir dieser traumhafte Stoff ins Haus geflattert, zu dem mir auf Anhieb so viele Verwendungsmöglichkeiten eingefallen sind, dass ich eigentlich mindestens zwanzig Meter davon bräuchte, ach was, vierzig. Die ersten Mädchenkleider daraus liegen schon fertig zugeschnitten im Nähstüberl und warten nur noch darauf, zusammengenäht zu werden. Aber erst mal musste diese neue Shopping Bag her. Vorsicht, jetzt kommt Eigenwerbung: Ich liebe meine Shopping Bags und verwende sie selbst auch gerne als XXL-Handtasche, und da ich ja quasi an der Quelle sitze, habe ich sie in ganz vielen verschiedenen Farben und Mustern, immer passend zum Outfit. Diese habe ich aber gleich mehrere Male genäht, deswegen wandert sie gleich mal in den Shop.







Und meine Blümchen wandern noch schnell zu Holunderblütchen, wo ich mir gleich noch die vielen anderen Friday Flowers anschaue, jede Woche wieder ein Hochgenuss. Euch allen schon mal ein weltallerschönstes Wochenende!

xxx

Karin




Dienstag, 5. Mai 2015

...


Über das verlängerte Wochenende hat mich der Rappel gepackt und ich habe endlich endlich mal wieder meinen Kleiderschrank entrümpelt. Eigentlich mache ich das mindestens einmal im Jahr, aber leider haben wir in unserem Haus von unseren Vorbesitzern einen begehbaren Kleiderschrank geerbt, der ein schier endloses Fassungsvermögen hat, da kommt einem ein Riesenberg Klamotten oft wie gar nichts vor und ich hab das leider zwei Jahre ein wenig schleifen lassen.

Damit nun niemand denkt, wir hätten hier eine Luxusvilla: Ich wohne mit Mann und drei Kindern in einem handelsüblichen Reiheneckhaus mit Handtuchgarten wenn mir das mal jemand vor 20 Jahren gesagt hätte, nicht besonders groß, aber mir genügt das vollauf. Und seit unserem Umbau letztes Jahr, verbunden mit einer fast kompletten Grundrissänderung, merkt man auch fast nicht mehr, dass es eigentlich nur ein schnödes Reihenhaus ist. Aber ich schweife ab....







Die ausrangierten Klamotten teile ich immer in zwei Gruppen: einmal die Sachen, die wirklich sehr getragen sind und Basics wie Jeans und Shirts, die spende ich. Ironischerweise nehmen hier in München die Flüchtlingsunterkünfte nichts mehr an, da sie von einer solchen Spendenflut überrollt wurden, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit den Sachen. Eigentlich beruhigend zu wissen, dass wir doch noch in einer Gesellschaft leben, die zu Hilfe ohne Gegenleistung bereit ist.

Dann gibt es noch den wesentlich kleineren Stapel der besonderen, eher selten getragenen Teile. Die bringe ich in den Second-Hand-Laden. Und da bin ich wieder froh, in einer Großstadt zu leben, hier gibt es nämlich sehr viele sehr sehr schöne Second-Hand-Läden. Und damit fängt mein Dilemma auch an, ich gestehe jetzt hier an dieser Stelle, dass ich bekennender Second-Hand-Junkie bin. Wenn ich meine Sachen wegbringe, läuft es jedesmal auf das selbe hinaus: ich finde so viele tolle Sachen, dass ich beinahe mehr nach Hause trage, als ich weg gebracht habe. Keine Sorge, ganz so schlimm ist es nicht, meinen Kopf habe ich schließlich immer dabei und der ruft mich noch rechtzeitig zur Vernunft.

Aber diese Woche wollten zwei Teile unbedingt mit, das ganze lange Geschreibsel hier soll nämlich davon ablenken, dass ich eigentlich nur ganz profan meine Shopping-Trophäen vorführen will. Also, tadaa, hier meine neue Bluse mit cool bestickten Ärmeln und eine Handtasche in dezentem Dottergelb. Ich bitte um ausreichende Würdigung meiner herausragenden Shopping-Leistung, vor allem, weil ich eigentlich nie niemals einen Post machen wollte, in dem ich einfach nur neu Gekauftes vorführe. Und kann nicht mal mehr einen Link zum mich sowieso nicht sponsernden Shop machen, ist es doch gebrauchtes Zeug, nur als kleine Anmerkung zur momentan umgehenden Bloggerdebatte.

Aber ganz ehrlich, über solche Teilchen freue ich mich viel mehr als über etwas von einer großen Kette. Außerdem wären die Teile, die ich aus Second-Hand-Läden ziehe, neu meistens in einer Preisklasse, in der ich normalerweise nicht unbedingt einkaufen würde. Und peinlich ist mir das gar nicht, Möbel mögen wir schließlich auch gerne mit einem gewissen Vintage-Touch.








Und wie sieht es mit euch aus? Mistet ihr eure Kleiderschränke regelmäßig aus? Was macht ihr mit den ausrangierten Sachen? 
Kauft ihr auch mal gebrauchte Kleider? Oder findet ihr das eher Iiiih-Bääääh?

xxx

Karin




Sonntag, 3. Mai 2015

blauer Sonntag



Warum ich euch unter der Überschrift blauer Sonntag mal wieder einen Gruß in gewohnt rosafarbener Anmutung schicke, kann ich nur bedingt erklären. Vielleicht, weil ich beim Fotografieren des Kettenkarussells auf der Auer Dult dieser Tage an den herrlich altmodischen Begriff der blauen Stunde denken musste. Kennt ihr den noch? So nannte man in Zeiten, als man sich noch zum Aperitif traf und extra dafür ein schickes Kleid anzog, eben diese Stunde, wenn der Tag noch nicht ganz vorbei, der Abend aber noch nicht angefangen hat. Wenn die Pflichten alle erledigt sind und man sich mit einem Martini mit Olive drin auf den Abend einstimmt. Auch wenn es nicht unbedingt der Martini im Cocktailkleid sein muss, so ein kleines Ritual, um den Tag vom Abend zu trennen und den Kopf frei zu bekommen, finde ich eigentlich ganz gut. Habt ihr eines?





Einen wunderschönen blauen Sonntag euch allen!

xxx

Karin




Donnerstag, 30. April 2015

Ein Hoch auf die einfachen Dinge




Liebe Foodbloggerinnen, ich liebe eure Blogs - bei euch schau ich rein, wenn ich mal wieder keinerlei Plan habe, was ich kochen soll. Wenn ich mich kulinarisch auf neues Terrain begeben will, Kombinationen ausprobieren will, auf die man sonst nicht käme. Wenn ich den absoluten Dreh suche, um endlich den perfekten Mürbteig hinzubekommen. Wenn ich endlich auch mal Macarons backen will und nicht weiß, wie es geht. Wenn ich den gewissen Twist für eine simple Tomatensauce suche. Wenn ich wissen will, was man eigentlich mit Chia-Samen machen kann.

Ich bewundere eure traumhaften Bilder und die Geduld, mit der ihr Gerichte probekocht, Kuchen immer und immer wieder backt, bis ihr das perfekte Rezept habt und mir und anderen als unendliche Quelle der Inspiration dient.






Aber heute - heute bin ich faul und habe Lust auf was ganz einfaches. Ein gutes Sauerteigbrot mit Radieschen. Ein bisschen Frischkäse drunter. Ein bisschen Kresse drüber. Einen Hauch Salz. Vielleicht noch Pfeffer. Manchmal genügt was ganz einfaches, um glücklich zu sein. Ein Hoch auf das Radieschenbrot!

xxx

Karin



Dienstag, 28. April 2015

Eins zwei drei im Sauseschritt...



.... läuft die Zeit, wir laufen mit (Wilhelm Busch)

So in etwa erging es mir die letzten Wochen, schöne und auch weniger schöne Ereignisse haben mich durchs Hamsterrad laufen lassen und schwuppdiwupp, waren vier Wochen rum und nix gepostet. Auf die weniger schönen Dinge will ich jetzt gar nicht genauer eingehen, zu den schöneren Dingen gehört, dass wir wieder einen Popupstore mit dem Kaufhauskollektiv haben, und zwar diesmal in der Hofstatt in der Sendlinger Straße. Und auch wenn ich erst in ein paar Wochen dabei sein werde, bedeutet das vorproduzieren vorproduzieren vorproduzieren.....






Und überhaupt, die Zeit, davon hab ich immer zu wenig. Da es euch wahrscheinlich nicht anders geht, wollte ich mal wissen, wie ihr das so macht mit eurer Zeit. Als berufstätige Mutter von drei Kindern mit dementsprechend großem Haushalt, einem Mann, der nie da ist, keinen helfenden Großeltern und auch noch einem gewissen Bedürfnis nach Sozialkontakten habe ich eigentlich ständig das Gefühl, überall nur hinterherzurennen. Kennt ihr das auch?

Die letzten Wochen habe ich mir ein paar grundsätzliche Gedanken darüber gemacht, wie ich meine Zeit besser einteilen kann oder besser gesagt, auf was ich verzichten kann. Meine drei wichtigsten Punkte dabei waren:

Ich muss nicht mehr für jedes Sommerfest einen Kuchen backen und mich dann auch noch ans Buffet stellen, um zu helfen. Bisher habe ich nämlich immer zu den Leuten gehört, die sich sofort für solche Dienste einteilen lassen. Wenn ich allein die Zeit zusammenrechne, die ich in meinem Leben auf Kindergartenfesten mit geholfen habe, komme ich wahrscheinlich auf mehrere Tage. Also: lieber nur ab und zu mit helfen, dafür dann aber richtig, sprich, vielleicht Kuchen und Antipasti machen, beim Auf- und Abbauen helfen und auch noch Abspülen. Bei allen anderen Festen ohne schlechtes Gewissen in Ruhe mit meinen Freundinnen quatschen und genießen.

Brauch ich wirklich einen perfekten Garten oder ist mir der ungepflegte Garten nur vor meinen Nachbarn peinlich? Ok, das ist jetzt ein sehr persönlicher Punkt, aber ich denke, jeder hat da so seinen eigenen privaten Zeitfresser, die eine Sache, in die viel Zeit investiert wird, ohne dass jemals etwas sinnvolles oder gar beglückendes rauskommt.

Bei mir ist das eben der Garten. Im Laufe der Jahre musste ich mir doch eingestehen, dass ich nicht zur Gärtnerin geboren bin. Ich habe, äh hätte, zwar gerne einen schönen Garten, aber ich besitze weder gärtnerische Begabung noch macht es mir sonderlich viel Spaß. Die letzten Jahre habe ich unheimlich viel Zeit in die Ein- und Ausbuddelei von irgendwelchen Pflanzen investiert, die ich mal in Gärtnereien mitgenommen habe, weil ich sie so schön fand und dann an die falsche Stelle gepflanzt habe. Jetzt habe ich einen Plan meines Gartens gemacht, bin damit in die Gärtnerei und habe mich beraten lassen, was wo gut wächst. Dann wurde so gut wie alles Alte rausgerissen und neue, pflegeleichte und trotzdem wunderschöne Stauden eingesetzt (da sind sie auch geblieben, die vier Wochen blogfrei), davon gibt es nämlich eine ganze Menge, wenn man nur mal Profis danach fragt. Jetzt ist das Ganze nicht mehr so arbeitsintensiv wie bisher und sieht auch noch besser aus.







Und ich mache mir wieder einen Wochenplan, was ich wann koche. Dann wird ein Einkaufszettel gemacht, was für welches Essen gebraucht wird und VOR dem Einkauf nachgesehen, ob noch alle Grundnahrungsmittel wie Salz, Öl, Butter vorhanden sind. Ein Großeinkauf pro Woche hat sich bei der Größe und dem Fressvolumen meiner Familie als utopisch herausgestellt und außerdem will ich nicht am Freitag das welke Gemüse vom Montag essen. Aber einmal die Woche groß und ein zweites Mal ein wenig kleiner, damit kommt man ganz gut hin und am Freitag ist hier ein herrlicher Wochenmarkt, mit dem ich mich (und die Tochter Klein) nach dem Grundnahrungsmitteleinkauf im Supermarkt belohne. Nebenher hat das den schönen Effekt, dass die Familie einmal pro Woche zusammensitzt und jeder kann seine Essenswünsche äußern.






Wie sieht es bei euch aus? Was ist euer wunder Punkt, in den ihr viel Zeit investiert, obwohl ihr eigentlich gar keine Lust dazu habt? Habt ihr auch ständig das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben? Und was tut ihr dagegen? 

Übrigens: die Bloggerei gehört nicht zu den Dingen, die ich als unnötige Zeitfresser sehe. Ich versuche eben nur gerade, mir mehr Zeit dafür freizuschaufeln :)

xxx

Karin